„Guetzli, Guetzli, selbst gemacht!“

Migranten vom “Träffpunkt Glarnerland” Ennenda haben am Wochenende gemeinsam mit der Juso Glarnerland Weihnachtsguetzli gebacken und am Weihnachtsmarkt feilgeboten.

von Reto Jost

Das Eis war schnell gebrochen, wenn es überhaupt eins gab. Einige hatten wohl zum ersten Mal einen Guetzli-Teig in der Hand, und man musste zuerst erklären, warum wir das überhaupt machen. Doch nach einigen anfänglichen Hürden legten sich die Menschen, die aus Ländern wie Afghanistan und Eritrea stammen, voll ins Zeug. Eifrig stachen sie Sterne, Herzen und andere Formen aus dem Teig, bestrichen sie mit Glasur, verzierten sie mit Zückerli und schoben sie in den Backofen. Am Ende des Tages waren etwa 50 Säckli mit Mailänderli, Sablé, Brunsli, Schoggi-Cornflakes und Brezeli bereit zum Verkauf.

Einige der Migranten, die mit der Juso Glarnerland Guetzli gebacken haben, treffen sich jeden Montag zum Deutschkurs im „Träffpunkt Glarnerland“ im „ReVier“ Ennenda. Dort tauschen sie sich aus und machen Unterhaltungsabende. Organisiert wird das von Freiwilligen.

Mehrere Stunden im Regen

Am Sonntag ging es dann an den Verkauf. Der Stand am Weihnachtsmarkt Glarus war zwar geschützt, aber das Wetter war nicht gerade das Freundlichste. Anfangs noch etwas Scheu, mischten sich die fleissigen Bäcker vom Vortag unter die Leute und riefen „Guetzli, Guetzli! Selbst gemacht!“. Nach mehreren Stunden hartnäckigem Feilbieten waren alle Säckli verkauft. Die Tagesbilanz: Vom Erlös können die Migranten sich im „Träffpunkt Glarnerland“ einen schönen Abend machen, und wenn nächstes Jahr wieder Weihnachten ist, haben sie das Wort „Guetzli“ bereits im Repertoire.

 

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